Französisches Shiatsu Institut
Institut Français de Shiatsu
106 rue Monge 75005 Paris
Tél. : 01 45 87 83 17
Fax : 01 45 87 65 96

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und Institut für Angewandte Körperpsychologie
Gründer und Leiter Michel Odoul  
     

 

 

 

 

BERUFSETHIK des Französischen Shiatsu Institut


Um das durch das Französische Shiatsu Institut (IFS) ausgestellte Zeugnis zu bekommen, muss der Urkundenempfänger ohne Vorbehalt der Berufsethik zustimmen, die dem Shiatsu-Geist, sowie natürlich den geltenden sowohl europäischen als auch französischen Gesetzen und Regelungen entspricht

Dementsprechend verpflichtet sich der Urkundenempfänger auf Ehre und Gewissen dazu

1. unter vollkommener Wahrung der physischen und moralischen Integrität der behandelten Person seine Kunst auszuüben,

2. strenge Vertraulichkeit zu bewahren,

3. ein angemessenes, den erbrachten Dienstleistungen angepasstes Honorar festzulegen. Dabei darf er frei entscheiden, falls erforderlich bzw. im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeiten Behandlungen unentgeltlich durchzuführen.

4. immer vor allem durch Aufrechterhaltung seiner Fachkenntnisse auf höchstem Niveau durch Kurse, Lehrgänge und zusätzliche Ausbildungen eine optimale Leistung zu sichern.

5. seinen Shiatsu-Tätigkeiten unter Ausschluss jeder Form von religiösem, politischem bzw. sektiererischem Bekehrungseifer nachzugehen – dies könnte einen Ausschlussgrund darstellen und zur Streichung aus dem Institut führen.

Außerdem muss der Urkundenempfänger immer daran denken, dass Shiatsu im westlichen Sinn des Wortes keine medizinische Ausübung ist. Infolgedessen:

1. muss er darauf verzichten, ärztliche Diagnosen zu stellen,

2. darf er eine ärztliche Behandlung niemals unterbrechen bzw. ändern,

3. darf er keine Medikamente verschreiben bzw. empfehlen,

4. muss er unverzüglich jeder Person nahelegen, die über nicht normale Symptome klagt bzw. solche Symptome aufweist, zu einem Arzt zu gehen,

5. muss er eine fachübergreifende, für medizinische Fächer und medizinische Hilfsberufe offene Auffassung seiner Ausübung haben,

6. darf er nicht vergessen, dass Shiatsu weder Medizin, noch Massage, noch Ideologie ist, sondern eine Kunst, die vor allem im Rahmen der Vorsorge erfolgt.

Die eindeutige Missachtung o. g. Verpflichtungen und Grundsätze durch den Inhaber eines Zeugnisses des IFS wird zum sofortigen Ausschluss des Mitglieds aus dem IFS führen, so bald der Exekutivausschuss davon Kenntnis nimmt. Sollten die moralischen oder materiellen Interesse des IFS gefährdet sein, können sie gerichtlich gegen das Mitglied vorgehen.

 

Ethische Richtlinien des vom IFS zertifizierten Praktikers

Im Rahmen der Shiatsu-Ausübung so wie von der Tradition gelehrt, müssen folgende ethische Richtlinien beachtet werden:

1. Es steht dem Shiatsu-Praktiker nicht zu, zu beurteilen bzw. Begriffe des Guten und des Bösen zu bestimmen.

2. Er darf niemals Shiatsu als Allheilmittel betrachten.

In der Ausübung des Shiatsu muss er in jeder Situation:

  • Rücksicht auf den Wunsch des Anderen nehmen.
  • Rücksicht auf die Entscheidungen des Anderen und dessen spontane „Schutzreaktionen“ nehmen.
  • falls notwendig ergänzende Orientierungshilfen vorschlagen (Arzt, Ernährungswissenschaftler, Erholung usw.)
  • kein Missionar sein und dem Anderen seinen Glauben lassen.
  • in seiner Vorgehensweise immer eine klare Richtlinie beibehalten (weder Arzt noch Priester noch „Guru“).
  • Ausschweifungen oder Verirrungen weder unterstützen noch billigen (emotionaler Wahn, verbotene Wirkstoffe, Esoterik, Fernbehandlungen usw.).
  • bei „perversen Methoden“ nicht mitmachen (Übernahme, Unterwerfung, Götzenverehrung, Sexualität usw.).
  • bei etwaigen „Projektionen“ des Anderen nicht mitspielen und so klar und transparent wie möglich sein (Übertragung der Verantwortung, „Allmacht“, Erwartung eines Wunders usw.).
  • nie vergessen, regelmäßig eine innere Bilanz über sich selbst bzw. seine Ausübung zu ziehen.