Französisches Shiatsu Institut
Institut Français de Shiatsu
106 rue Monge 75005 Paris
Tél. : 01 45 87 83 17
Fax : 01 45 87 65 96

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und Institut für Angewandte Körperpsychologie
Gründer und Leiter Michel Odoul  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   
Shiatsu


Shiatsu ist eine Kunst der „japanischen Massage“. Wortwörtlich heißt Shiatsu Druck (atsu) der Finger (shi): Es handelt sich also um eine Anregung des Körpers durch Hände, Finger und manchmal sogar Füße. Diese Ausübung basiert auf der natürlichen Neigung des Körpers zur Selbstheilung und fördert sie weiter. Der Shiatsu-Praktiker weckt diese natürliche Heilkraft und Macht des Gleichgewichts, indem Seele und Körper miteinander in Einklang gebracht werden

Seitdem der Mensch Mensch ist, reibt er sich instinktiv an der Stelle, wo es schmerzt. Seit den Ursprüngen der Menschlichkeit ist das Berühren eine Therapie, mit der behandelt, entspannt, entwickelt wird. In einer viertausendfünfhundert Jahre alten Abhandlung chinesischer Medizin wird bereits erklärt, wie und warum es gut ist, sich so behandeln zu lassen. Diese Kunst wird heute noch in der fernöstlichen Medizin angewandt. Eine Variante dieser Tradition kam durch verschiedene Beiträge bereichert unter dem Namen Shiatsu zu uns. Der ihm zugrunde liegende Geist erinnert den Mensch daran, dass er in Harmonie mit dem Universum leben soll. Bei Disharmonie setzt die Krankheit ein.

Es ist durch Shiatsu relativ einfach, bestimmte Symptome wie Schmerzen oder Verspannungen zu beseitigen. Diese Technik möchte jedoch noch weiter gehen: sie strebt danach, Einheit und Harmonie wiederherzustellen, ohne dabei zu versuchen, den Patient zu heilen: sein Körper heilt sich selbst. Der Therapeut wirkt nur als Katalysator. Denn für Shiatsu ist die Krankheit an sich weder gut noch schlecht. Sie ist ein Signal der Natur, dass es Disharmonie oder Ungleichgewicht gibt. Krankheit ist ein natürlicher Abwehrmechanismus.

Während einer Shiatsu-Sitzung setzen Hände und Finger des Praktikers auf eine sehr besondere Art und Weise an. Der Praktiker benutzt den Daumen allein, beide Daumen nebeneinander oder übereinander, aber auch den Daumen und die gegenüberliegenden Finger, um leicht zu zwicken... Er benutzt auch die Handfläche oder beide übereinander liegenden Handflächen, gefaltete Hände, übereinander liegende Zeigefinger und Mittelfinger... Man übt Standarddrücke, lang anhaltende Drücke, wellenartig gebündelte Drücke, Schwingungen, verschiedene Anregungen, Reiben, Kneten, Trommeln, Hämmern, Stöße, Strecken usw. aus, alle Möglichkeiten, den Körper zu berühren oder sich selbst am Körper zu berühren, um wirklich zu entspannen und die Energie in den richtigen Kreislauf zu steuern.


Das Grundprinzip des Shiatsu ist es, an der Körperoberfläche egal an welcher Stelle den Druck allmählich stärker auszuüben, um den darunterliegenden Muskel zu lockern. Diese Behandlungsart wirkt therapeutisch, indem die natürliche Erholungskraft des Körpers greift.

Es arbeiten nicht nur die Hand oder die Fingerkuppen, oder selbst der Fuß, sondern das Körpergewicht des Therapeuten, der diesen Druck ausübt. Denn – so sagen die Shiatsu-Praktiker – „ein allein durch die Fingerkuppen ausgeübter Druck tut weh und bringt demjenigen, an dem er ausgeübt wird, nichts.“

Physiologisch gesehen regt Shiatsu den Blutkreislauf in den Kapillargefäßen der Haut an, aktiviert die Hautzellen, lockert die Muskeln und verbessert deren Versorgung... Der Körper wird dadurch mobilisiert und findet in sich selbst die Kräfte für sein eigenes Gleichgewicht

Auf einer subtileren Ebene darf man nicht vergessen, dass die chinesischen, indischen bzw. japanischen Heilungsprozesse in ihrer Ausübung eine mit der Energie verbundenen Komponente haben: das Qi (oder Chi bzw. Ki), die Lebenskraft. Wenn jemand besonders aktiv ist, vor Gesundheit „strotzt“, heißt es, dass sein Qi sehr stark ist und gut durch seinen Körper fließt. Seinen Organen und allen von ihnen übernommenen Funktionen geht es gut. Wenn man sich schwach oder müde fühlt bzw. krank wird, ist es, weil das Qi schlecht fließt.

Durch Shiatsu kann der Therapeut den Körper anregen, so dass er das Qi besser empfängt und benutzt. So belebt sich der Patient wieder und regeneriert sich... sofern er immer noch gemäß Shiatsu gut durchatmet, sich leicht und ausgewogen ernährt, durch emotionale oder psychologische Verspannungen geprägte Situationen meidet und akzeptiert, sich an die Veränderungen zu gewöhnen, die der Alltag von einem regelmäßig verlangt.

Über die einfache Körpertechnik hinaus ist Shiatsu eine wahre Lebensphilosophie.
Man kann damit anfangen, eine Shiatsu-Massage zu bekommen, und dann derjenige werden, der die Massage ausübt. Später kann man sehr wohl derjenige werden, der unter Freunden oder in der Familie Shiatsu gibt. Shiatsu ist ein friedlicher Kommunikationsansatz. Wenn Sie das Glück haben, ein gutes Shiatsu zu bekommen, werden Ihr Körper und Ihre Seele sehr positiv beeinflusst. Sie können dann wie die Japaner sagen: „Qi gan au“, unsere Qi treffen sich!

Marie BORREL
Ronald MARY

(Teil- oder Gesamtvervielfältigung ohne Erwähnung der Autoren nur unter dem Vorbehalt, den obligatorischen Vermerk „Institut Français de Shiatsu“ anzugeben.)